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Vielfalt statt Selektion

Zusammenschluss für eine solidarische Gesellschaft ohne Normierungszwänge


Verordnung zur PID - Vernehmlassung eröffnet

Die Vernehmlassungsunterlagen zur Revision der Fortpflanzungsmedizinverordnung sind auf den Seiten des Bundesamtes für Gesundheit veröffentlicht. Wir berichten in Kürze über die Inhalte. Die Unterlagen stehen nebenan auch als pdf-Download bereit. 


 

Jetzt gilt es umso mehr: Vielfalt statt Selektion!

Das Volk hat mehrheitlich entschieden, die Ausweitung des Gen-Checks am Embryo zu akzeptieren. Die 19 Organisationen, die für eine Begrenzung eintraten werden weiterhin dafür sorgen, dass die Auswirkungen der technischen Möglichkeiten in der Fortpflanzungsmedizin breit thematisiert werden. 


 

Wofür wir stehen

Unser Zusammenschluss verbindet Organisationen und Menschen mit unterschiedlichsten Zielen und Aufgaben. Gemeinsam engagieren wir uns für ein gesellschaftliches Klima, das allen Menschen die gleichen Ansprüche auf persönliche Freiheit und Würde zugesteht.

Die Menschenrechtskonventionen und das Gleichstellungsgesetz für Menschen mit Behinderung sind für uns wichtige humanitäre Errungenschaften. Wir teilen die Sorge, dass neue Entwicklungen am Anfang und am Ende des Lebens diese Errungenschaften in Frage stellen. Wir warnen davor, dass Menschen mit Behinderungen, mit bestimmten Erkrankungen oder wegen ihres Alters durch gesellschaftliche Normierungszwänge zunehmend ihre Existenzberechtigung verteidigen müssen.

Aus diesem Grund engagieren wir uns gegen die geplante Legalisierung des Embryonen Screenings im Reagenzglas. Generelle und umfassende genetische sowie chromosomale Screenings orientieren sich an Normalitätsvorstellungen, die es zu hinterfragen gilt. Sie erzeugen auf alle werdenden Eltern einen gesellschaftlichen Druck, diesen Vorstellungen zu entsprechen. Die Freiheit, jedes Kind anzunehmen, ist gefährdet. Das Zusammenleben in Vielfalt und die solidarische Unterstützung von Menschen mit speziellen Bedürfnissen werden in Frage gestellt.

Wir wollen in einer inklusiven, solidarischen Gesellschaft leben: Gemeinsam und gleichberechtigt mit gesunden und kranken Menschen, mit Menschen mit und ohne Behinderung. Menschliche Individualität und Vielfalt sollen gewürdigt werden und benötigen unseren Schutz. Gezielte Selektion lehnen wir daher ab.

Unsere Haltung zur Änderung des Fortpflanzungsmedizingesetzes (FMedG)

Wir lehnen die gezielte Selektion von Embryonen durch ein allgemeines Chromosomen-Screening im Reagenzglas ab.

Die Entwicklungen bei den genetischen Untersuchungen im Humanbereich nehmen eine zunehmende Dynamik auf. Immer früher, immer lückenloser sollen chromosomale Besonderheiten erkannt und aussortiert werden. Wir stellen uns die Frage: soll das technisch Machbare die natürliche Grenze für das ethisch Vertretbare bilden?

Der Verfassungsartikel wurde am 14. Juni vom Volk angenommen. Das bedeutet, dass das  Fortpflanzungsmedizingesetz > pdf  in seiner vom Parlament verabschiedeten Form in Kraft träte.

Wir lehnen das Gesetz in seiner jetzigen Form ab, weil es der gezielten Selektion chromosomaler Eigenschaften keine Schranken setzt.

An eine solidarische Gesellschaft erheben wir den Anspruch, dass sie Rahmenbedingungen schafft, die der Verletzlichkeit und Vergänglichkeit von uns Menschen gerecht werden. Das steht auf dem Spiel, wenn die Selektion immer häufiger zur Regel und der gesellschaftliche Druck zum «perfekten» Menschen immer grösser wird.